

Und da war sie auch schon wieder vorbei…. Schade! Nach fast einem Jahr der Planung und Vorbereitung startete am 4. Juni unsere dreitägige Fachtagung "Praxis Renaturierung - Erhalt und Wiederherstellung von Trockenlebensräumen".
Rund 80 Interessierte aus ganz Deutschland und sogar aus Luxemburg machten sich auf den Weg an den Seddiner See. Holger Rößling, Geschäftsführer des NaturSchutzFonds, eröffnete die Tagung mit einem Blick auf die vergangenen LIFE-Projekte in der Stiftung. Danach stellte Projektleiterin Janine Ruffer gemeinsam mit Daniel Lauterbach vom Botanischen Garten der Universität Potsdam unser Trockenrasen-Projekt vor. Der Nachmittag beschäftigte sich mit den Tieren des Trockenrasens, es gab Vorträge über Insekten, Ameisen aber auch Schafe. Später besuchten wir das nahegelegene Projektgebiet Glindower Alpen. Projektmitarbeiterin Anna Hachmöller stellte die umgesetzten Maßnahmen Gehölzentnahme inkl. Stubben ziehen und Oberbodenabtrag vs. Oberbodeninversion vor. Des Weiteren wurden von Oliver Brauner, der für das Projekt im faunistischen Monitoring mitarbeitet, Heuschrecken gezeigt und ihre Lebensraumbedürfnisse diskutiert. Hier geht es direkt zu allen Vorträgen.
Nach einem Abendessen in der Heimvolkshochschule nahmen einige mutige Teilnehmer*innen noch ein erfrischendes Bad im Seddiner See – vielleicht um das viele brandneue Wissen im Kopf zu kühlen?
Der Donnerstag startete mit einem Blick in die Zukunft unserer Projektgebiete, Kolleginnen vom LfU informierten die Teilnehmenden über die Möglichkeiten des Vertragsnaturschutzes in Brandenburg. Weiter ging es nach Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: die KollegInnen ließen uns an Erfahrungen bei der Zustandsverbesserung von Trockenlebensräumen in ihren Bundesländern teilhaben. Ein Thema, welches sich durch alle Tage zog, war die Bekämpfung von Neophyten. Wann lohnt es sich zu kämpfen, wann ist der Kampf verloren? So lautete die Frage, mit der uns Uwe Starfinger vom Botanischen Verein Brandenburg als langjähriger Neophytenexperte konfrontierte und zum Nachdenken anregte. Am Nachmittag gings wieder auf Exkursion, diesmal an den Milower Berg oder in die beiden Gebiete Götzer Wachtelberg und Spitzen Berg bei Krielow – in allen Gebieten wurden in den vergangenen Jahren auf unterschiedliche Weise Trockenrasenflächen gepflegt, entwickelt oder wiederhergestellt, so dass es viel zu diskutieren gab.
Der Tag wurde abends mit einem Vortrag von Naturfotograf Sebastian Hennigs abgerundet. Die eindrücklichen Bilder mit Ansichten aus Brandenburg wirkten auf viele motivierend und gaben Kraft für die vor uns liegenden Herausforderungen.
Am letzten Tag wagten wir einen Blick über den Tellerrand: Es wurde feucht. Wir verließen die Trockenrasen und die Teilnehmenden lauschten Vorträgen über praktische Maßnahmen bei der Fluss-, Kleingewässer-, Moorrenaturierung sowie zum Wiesenbrüterschutz im Havelland.
Wir möchten uns bei allen, die an der Tagung mitgewirkt haben, sei es als Referent*in, Exkursionsleiter*in oder auch als Teilnehmender, herzlich bedanken. Es hat uns große Freude bereitet und der Austausch mit Euch hat unser Wissen noch einmal erweitert.
Projektvorstellung LIFE Trockenrasen
Janine Ruffer, Damiel Lauterbach
Wiederansiedlung seltener Pflanzen
Ella Krummenacher, WiPS-Projekt - Universität Potsdam
Bedeutung von Trockenrasen für die Insektenvielfalt
Christoph Saure, Büro für tierökologische Studien
Was wissen wir über Ameisen auf Trockenrasen
Kolja Bergholz, Universität Potsdam
Ökologisches Trassenmanagement
Christina Messner, 50hertz
Landschaftspfleger auf vier Beinen - Beweidung von Trockenrasen
Hannah Becker, Schäferin
Management von Trockenrasen mit dem Schwerpunkt Vertragsnaturschutz
Annemarie Kaiser & Mungla Schliewenz, Landesamt für Umwelt
Robinie, Traubenkirsche & Co. - Umgang mit Neophyten
Uwe Starfinger, Botanischer Verein von Berlin und Brandenburg
Projektvorstellung "Atlantische Sandlandschaften"
Kristof Meyn, NLWKN
Die Oranienbaumer Heide: WeideVielfalt in Sachsen-Anhalt
Daniel Elias, Hochschule Anhalt
Beweidungsmanagement und Erfolgkontrolle von Kalk-Trockenrasen im FFH-Gebiet „Tote Täler südwestlich Freyburg“
Martina Köhler, Hochschule Anhalt
LIFE Bachmuschel - Renaturierung von Fließgewässersystemen
Eric Hübner, NaturSchutzFonds
Lebensraum für Moorfrosch, Knoblauchkröte & Rotbauchunke: Kleingewässersanierung
Ninett Hirsch, NaturSchutzFonds
Wiedervernässung der Sernitzniederung – Maßnahmen der Moorwiederherstellung
Fabian Frucht, Succow-Stiftung
Wiesenbrüterschutz im Havelland
Thomas Klinner, Naturwacht Westhavelland
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.
Ansprechpartnerin:
Janine Ruffer (Projektleitung)
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