

Seit dem 13. Jahrhundert ist die Niederlausitz von der Teichwirtschaft geprägt – vor allem für die Karpfenzucht, aber auch für die von Hecht und Schlei. Die Teiche waren dabei nicht nur Fischlieferanten, sondern boten auch vielseitige Ressourcen: Schilf wurde als Streu oder Dachmaterial genutzt, Teichschlamm als Dünger.
Start: Ruhland
Länge: 41 Kilometer
Highlights: Sorgenteiche, Rohatsch, Aussichtsturm Prosseberg, Peickwizer Teiche
Heute sind viele dieser Gewässer verschwunden – durch Bergbau, sinkendes Grundwasser und neue Nutzungen. Umso wichtiger ist die „Schutz durch Nutzung“-Strategie, die
Fischzucht und Naturschutz verbindet und so den Lebensraum für unzählige Arten erhält.
Die Tour führt zunächst an Sorgenteich, Schorlteich und Großen Dub entlang. Sie sind hochwertige Lebensräume, denn sie bieten gefährdeten Arten wie Kammmolch und Rotbauchunke ein Zuhause. Aber auch Wasservögel fühlen sich in den ausgedehnten Röhrichtzonen sehr wohl und selbst der Teichrohrsänger baut im Frühling kunstvoll sein hängendes Nest aus Halmen und Gräsern im Schilf. Im Sommer können Sie die stark gefährdete Flussseeschwalbe elegant über die Wasserfläche gleiten sehen. In Lipsa, Guteborn und Hohenbocka begegnen Ihnen noch heute Spuren der alten Gutsherrschaft, denen die Teiche einst zur Karpfenzucht dienten. Legen Sie Pausen ein, denn der Spaziergang durch die Schlossparks lohnt sich allemal.
Weiter geht es durch das Naturschutzgebiet Rohatsch zwischen Guteborn und Hohenbocka. Wo einst Quarzsand abgebaut wurde, wachsen heute seltene Pflanzen wie Moorbärlapp und Rundblättriger Sonnentau. Vom Aussichtsturm auf dem Prosseberg eröffnet sich ein weiter Blick über naturnahe Wälder, Teiche und offene Landschaften.
Den Abschluss bilden die Peickwitzer Teiche. Da sie vor allem durch Regen gespeist werden, nannte man sie früher poetisch „Himmelsteiche“. Zwar macht sich heute der Wassermangel bemerkbar, doch tummelt sich hier noch immer eine beeindruckende Vielfalt: über 100 Vogelarten, zahlreiche Reptilien und Amphibien und auch Insekten wie die Blauflügelige Prachtlibelle.
Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.
Ansprechpartnerin:
Janine Ruffer (Projektleitung)
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