Pflanze des Monats: Die Graue Skabiose

Pflanze des Monats: Die Graue Skabiose

Der wissenschaftliche Name weist auf die blaugraue Blütenfarbe hin.
Die Graue Skabiose ist im Spätsommer ein wichtiger Nektar- und Pollenspender für Insekten.

Wenn der Sommer sich dem Ende entgegen neigt und die Blütenpracht langsam schwindet, sorgt die Graue Skabiose (Scabiosa canescens) noch für einige bunte Farbtupfer auf unseren Trockenrasenflächen. Sie blüht erst ab August und bis weit in den Herbst hinein.

Sie ist auch unter dem Namen Duft-Skabiose bekannt, da die Blüten süßlich duften. Der wissenschaftliche Nachname weist auf ihre Blütenfarbe hin (canescens = grau, silbergrau, blaugrau). Der Vorname deutet auf die Verwandtschaft zu Heilpflanzen hin, welche zur Behandlung von Hautkrankheiten verwendet wurden (Scabies = Krätze).

Die krautige, ausdauernde Pflanze wird bis zu 50 cm hoch. Die Blüten bestehen aus fünf verwachsenen Kronblättern, mehrere Einzelblüten bilden ein Köpfchen.

Die Art braucht kalkreiche Trockenrasen, lichte Wälder oder steinige Hänge, um wachsen zu können.

Die Graue Skabiose kommt nur in Europa vor, in Deutschland überwiegend im Nordosten, vereinzelt auch in Süddeutschland. Daher ist sie eine der Arten in nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands. Sie ist  deutschlandweit gefährdet, in Brandenburg gilt sie sogar als stark gefährdet.

Als typischer Vertreter der kalkreichen Sandtrockenrasen und Steppenrasen kommt sie auf vielen der LIFE Trockenrasen Projektflächen vor, teilweise aber nur noch in sehr kleinen Beständen.

Auf den ersten Blick kann die Graue Skabiose schnell mit der häufig vorkommenden Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) verwechselt werden. Letztere besitzt allerdings eine 4-spaltige Blütenkrone, die Graue Skabiose hat eine 5-spaltige Blütenkrone und gelbliche Kelchborsten. Die ebenfalls auf Trockenrasen vorkommende Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) sieht auch ähnlich aus, hat aber schwarze Kelchborsten.

Da die Graue Skabiose sehr spät blüht, ist sie für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co. ein wichtiger Nektar- und Pollenspender, wenn die Hauptblütezeit der meisten anderen Arten vorbei ist.

Das Projekt LIFE Trockenrasen

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.

Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleitung)
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