Ausflug nach Sachsen-Anhalt

Ausflug nach Sachsen-Anhalt

Die Harslebener Berge sind ein 250 Hektar Naturschutzgebiet nördlich von Quedlinburg.
Es gab viel zu sehen...
...u.a. Haar-Pfriemgräser, Wiesen-Salbei und Astlose Graslilie.
Projektteam LIFE Trockenrasen on tour
Auf der Suche nach dem Zierlichen Brillenschötchen in der Franzigmark bei Halle.
Dänischer Tragant
Interessierte ZuhörerInnen
Helm-Knabenkraut
Fliegen-Ragwurz
Seit 2009 werden die Toten Täler mit Koniks beweidet.

Neben der praktischen Maßnahmenumsetzung sind der Austausch und das Voneinanderlernen wichtige Aspekte des LIFE-Programms. 

Aus diesem Grund reiste das Trockenrasenteam Ende Mai nach Sachsen-Anhalt, um sich verschiedene Projektflächen der Hochschule Anhalt anzuschauen. Zunächst ging es an den Harznordrand nach Blankenburg, wo uns Alina Twerski und Daniel Elias ihre Maßnahmen zum Schutz der Sand-Silberscharte, die hier zahlreich vorkommt, erläuterten. Im Juli startet ihr Projekt „LIFE for Jurinea“, was sie kurz skizzierten. Nur weniger Kilometer entfernt liegen die Harslebener Berge, ein 251 Hektar großes Naturschutzgebiet. Die steilen Südhänge sind ein Paradies für Trockenrasenlieber*innen. Haar-Pfriemengras, Sand-Silberscharte, Wiesensalbei, Trauben-Graslilie sind nur einige der Arten, die hier vorkommen. Auch eine Zauneidechse sonnte sich, während darüber der Pirol trällerte. Leider verging die Zeit wie immer viel zu schnell, aber das Saaletal rief. 

Am nächsten Tag führte uns Karen Runge durch die Franzigmark nördlich von Halle. Die Quarzporphyrkuppen der Brachwitzer Alpen, die Saale und die traditionelle Nutzung als Weideland haben hier einen Magerrasenkorridor entstehen lassen. Im Frühjahr blüht hier das Zierliche Brillenschötchen (Biscutella laevigata subsp. gracilis), welche nur noch hier und im Elbtal bei Dessau vorkommt. Die Art ist auf nährstoffarme, xerotherme Lebensräume angewiesen, die leider immer weniger werden. Die Hochschule Anhalt hat für die Art ein Schutz- und Förderkonzept erstellt, welches Pflegemaßnahmen wie Entbuschung und Beweidung enthält, aber auch Populationsstützungen wurden durchgeführt. 

Den Nachmittag verbrachten wir am Süßen See, an dessen Nordufern wir den Dänischen Tragant, der hier in großer Zahl  blüht, suchten und auch fanden. Eine an sich unscheinbare Art, aber im Mai leuchten die violetten Blüten und fallen sofort ins Auge. 

Der dritte und letzte Tag führte das Projektteam in den Süden Sachsen-Anhalts in das Naturschutzgebiet „Tote Täler“. Es zählt zu den artenreichsten (insbesondere orchideenreichsten) Gebieten Sachsen-Anhalts mit einer Vielzahl gefährdeter und geschützter Arten. Früher wurden die Flächen land- und forstwirtschaftlich, später militärisch genutzt. Seitdem der letzte Panzer abgerollt war, vergrasten und verbuschten die Lebensräume zunehmen. Mittlerweile gibt es seit 17 Jahren eine extensive Beweidung der dortigen Kalk-Trockenrasen mit Konikpferden und so lange begleitet die Hochschule Bernburg das Projekt auch schon wissenschaftlich. Fazit: Dominante Grasarten konnten zurückgedrängt werden, Strukturvielfalt ist entstanden, der Bestand an Pionier- und Trockenrasenarten ist signifikant gestiegen und sogar einige Orchideenarten konnten sich neu etablieren. Vielen Dank an Martina Köhler von der Hochschule Bernburg, die uns durch das Gebiet geführt hat. 
 

Das Projekt LIFE Trockenrasen

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.

Ansprechpartnerin:
Janine Ruffer (Projektleitung)
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