Pflanze des Monats: Die Wald-Kiefer

Pflanze des Monats: Die Wald-Kiefer

Die meisten Kiefernwälder wurden vom Menschen gepflanzt.
Wald-Kiefern können einen Stammumfang von 1,5 Metern erreichen.
Eine alte Bauernkiefer.
Wald-Kiefern machen 72 Prozent des brandenburgischen Waldes aus.
Kiefernzapfen sind auch als Kienäpfel bekannt.

Passend zur besinnlichen Zeit des Jahres stellen wir Ihnen diesen Monat eine auf Trockenrasen häufig vorkommende, wenn auch nicht gerne gesehene Pflanzenart vor: die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris). Als immergrüner, herrlich duftender Nadelbaum eignet sie sich auch als Weihnachtsbaum im Wohnzimmer.

Die Wald-Kiefer gehört zur Familie der Kieferngewächse, der größten Nadelbaumfamilie der Welt. Sie ist eine der am häufigsten vorkommenden Baumarten in Deutschland. In Brandenburg sind 72 Prozent der Waldflächen mit Kiefern bestockt.

Der deutsche Name leitet sich von „Kienforen“ ab und bedeutet „Kien tragender Nadelbaum“ (Kien =Kienspan; Foren=alter Ausdruck für Nadelbäume). Der wissenschaftliche Name Pinus nimmt Bezug auf die spitzen Nadeln (Pinum=spitze Gegenstände), der Nachname bedeutet Wald (lat. silva=Wald). Je nach Region gibt es für die Wald-Kiefer verschiedene Bezeichnungen: Forche, Rotföhre, Weißkiefer, Gewöhnliche Kiefer …

Die Wald-Kiefer kann bis zu 1.000 Jahre alt und 35 Meter hoch werden. Der Baum ist gut an seiner grauen bis rotbraunen Borke im unteren Stammbereich und an der leuchtend rotgelben Rinde im Kronenbereich zu erkennen. Die Nadeln werden bis zu acht Zentimeter lang und sitzen paarweise an einem Kurztrieb zusammen. Als Pfahlwurzler bildet die Wald-Kiefer lange Wurzeln, so dass sie seltener von Stürmen geworfen wird.

Die Baumart konnte sich nach der letzten Eiszeit dank ihrer leichten, geflügelten Samen sehr schnell ausbreiten und gehört zu den sogenannten Pionierbaumarten. Zudem ist sie ein sehr genügsamer Baum. Ob nährstoffarmer oder -reicher Boden, ob nass oder trocken, sie kommt mit vielen Extremen zurecht. Dementsprechend groß ist auch ihr Verbreitungsgebiet: Sie kommt von Spanien und Nordafrika über Osteuropa bis nach Sibirien vor. In Deutschland ist sie in der norddeutschen Tiefebene, hier vor allem in Brandenburg, zu finden.

Der schnellwachsende, harzreiche Baum und die gute Holzqualität machen die Kiefer seit dem Mittelalter zu einem gefragten Wirtschaftsbaum. Als lichtliebende Pionierbaumart eignet sie sich zudem hervorragend für Aufforstungen an sandigen, trockenen Standorten. Die meisten der heutzutage in Brandenburg vorzufindenden Kiefern wurden vom Menschen gepflanzt.

Vor allem in den 1970er und 1980er Jahren wurden ertragsschwache Äcker, Trockenrasen oder lichte Wälder mit Kiefern aufgeforstet,  um auch von diesen Flächen einen „Nutzen“ zu erzielen. Hier haben oft nur noch an den Waldrändern typische Trockenrasenpflanzen überlebt.

Wo Trockenrasenarten noch vorkommen und von Kiefern bedrängt werden, entnehmen wir im Rahmen unseres Projektes „LIFE Trockenrasen“ daher die zu dicht stehende Kiefern sowie die den Boden versauernde Kiefernstreu. So gelangt mehr Licht zum Boden und der offene Sandboden bietet typischen Arten wie dem Blau-Schillergras, Ohrlöffel-Leimkraut oder Berg-Haarstrang ein neues Keimbett. Besonders eindrucksvoll gewachsene Altkiefern, oft auch Bauernkiefern genannt, werden nicht gefällt. Sie sind zwar forstlich oft wertlos, aber als Habitatbäume für Vögel und Insekten und als Zeitzeugen einer vergangenen Waldnutzung mit Waldweide und Streugewinnung besonders wertvoll.

Das Öl der Kiefernnadeln wird noch heute in der Heilkunde bei Erkältungs- und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Zudem soll der Duft Stress reduzieren. Wie wäre es also dieses Jahr mit einer Kiefer als Weihnachtsbaum? Beim Landesbetrieb Forst Brandenburg finden Sie garantiert ein Angebot in ihrer Nähe.

Das Projekt LIFE Trockenrasen

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.

Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleitung)
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