Pflanze des Monats: Die Gewöhnliche Grasnelke

Pflanze des Monats: Die Gewöhnliche Grasnelke

Die Gewöhnlich Grasnelke blüht bis in den späten Herbst.
Als Bleiwurzgewächs ist sie an schwermetalhaltige Böden angepasst.
Brandenburg trägt eine besondere Verantwortung für die Art, da sie hier noch relativ häufig vorkommt.

Unter den bunten Blättern des Herbstes, die nun den Boden schmücken, fallen die letzten Blüten des Jahres kaum noch auf. Eine Pflanzenart, die jetzt vereinzelt noch blüht, ist die Gewöhnliche Grasnelke (Armeria maritima subsp. elongata). Von Mai bis in den späten Herbst leuchten ihre rosa- bis purpurfarbenden Blütenköpfe.

Der deutsche Name ist etwas irritierend, denn die Pflanze ist kein Nelkengewächs, sondern gehört zur Familie der Bleiwurzgewächse. Diese Pflanzenfamilie ist eher in den Steppen und Halbwüsten verbreitet und bei uns nur mit der Gewöhnlichen Grasnelke und dem Strandflieder vertreten. Die Unterart (Armeria maritima subsp. maritima) ist auch unter dem Namen Strand-Grasnelke bekannt, da sie nur in den atlantisch geprägten Küstengebieten vorkommt.
Der wissenschaftliche Gattungsname Armeria ist schwierig zu deuten, leitet sich aber vermutlich aus der aus französischen Dialekten stammenden Benennung armerie ab, die einen Vergleich mit hellroten Nelken zur Grundlage hat. Der wissenschaftliche Artname maritima deutet auf den Standort Meer hin (maritimus = zum Meer gehörig).

Die Gewöhnliche Grasnelke wächst horstig, die Blütenstände werden bis zu 50 Zentimeter hoch. Die Blüte besteht aus fünf verwachsenen Kronblättern, mehrere Einzelblüten stehen in Köpfen zusammen. Die Blätter sind grasartig schmal und bilden eine Grundblattrosette, die Stängel sind blattlos.

Die Gewöhnliche Grasnelke kommt auf Sandtrockenrasen, Dünen und in trockenen Wäldern im Binnenland vor. Oft wächst sie auch entlang von salzgestreuten Straßen, denn als Bleiwurzgewächs ist die Pflanze an salz- und schwermetallhaltige Böden angepasst. Die Stoffe lagert sie in ihren Blättern ein, Salze scheidet sie über spezielle Drüsen an der Blattoberseite wieder aus.

Früher war die Art auf trockenen Grasflächen weit verbreitet, da sie Mahd und Beweidung gut verträgt. Sie war eine typische Art der trockene Dorfanger und Wegränder und Kinder flochten sich gern Kränze aus den langgestielten Blütenständen. Heute ist sie aufgrund von Überdüngung und zu häufiger Mahd in den Ortslagen selten geworden.

In Deutschland erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet auf die Küstenregionen sowie das nordostdeutsche Binnenland. Sie gilt deutschlandweit als gefährdet und ist nach der Bundeartenschutzverordnung geschützt. In Brandenburg steht sie auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Das Land Brandenburg hat für ihren Erhalt eine hohe Verantwortung. Auf unseren Projektflächen kommt sie noch regelmäßig vor, da sie geringe Bodenansprüche hat und auch auf saureren Böden wächst.

Sie wird gerne als Zierpflanze verwendet.

Das Projekt LIFE Trockenrasen

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.

Ansprechpartner:
Dr. Holger Rößling (Projektleitung)
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