lifeSandrasen: Jahn- und Kaninchenberge

Jahn- und Kaninchenberge (Paulinenauer Luch und Lindholz)

Die Großen und Kleinen Jahnberge und die Kaninchenberge liegen nördlich von Paulinenaue im Natura-2000-Gebiet „Paulinenauer Luch und Lindholz".

Lage: Landkreis Havelland
Natura-2000-Gebiet: Paulinenauer Luch und Lindholz
Größe: 351 Hektar (Maßnahmengebiet: 22 Hektar)
Lebensräume: LRT *6120 Trockene, kalkreiche Sandrasen
Arten: Echtes Federgras, Graue Skabiose, Kartäuser-Nelke, Steppen-Lieschgras


Kleinflächige Vorkommen an den Großen Jahnbergen und den Kaninchenbergen. Größere Vorkommen am Kleinen Jahnberg.

Dünen im Havelland

Die Landschaft des Havellandes wurde vor allem durch die Eiszeit geprägt. Durch diese ist auch die besondere Landschaft der Jahnberge entstanden. Die sich nur etwa zehn Meter über den Meeresspiegel erhebenden Hügel sind wallartige Ablagerungen, die aus der Niederungsebene des Havelländischen Luchs herausragen. Es handelt sich um Dünen, die über sogenannte Talsande aufgeweht wurden, als die nacheiszeitliche Landschaft noch vegetationsarm war.

Abwechslungsreiche Landschaft

Der trockene und nährstoffarme Sandboden der Jahnberge bietet einen idealen Lebensraum für Steppenpflanzen und Trockenrasengesellschaften, die sich mit wärmeliebenden Waldsteppenarten wie Schwalbenwurz und Arten der Pfeifengraswiesen abwechseln. Diese Mischung macht das Gebiet so artenreich und liefert dem Besucher beeindruckende Blühaspekte. Arten wie die Steppen-Sesel, Sonnenröschen, Großer Ehrenpreis, Steppen-Lieschgras und die Graue Skabiose sind hier zu Hause und bieten vielen Insektenarten einen Raum zum Leben.

Eine besondere Pflanzenart, die auf den Trockenrasen der Jahnberge entdeckt werden kann, ist der Blut-Storchschnabel. Die schönen rot-violetten Blüten leuchten von Mai bis September. Das besondere Merkmal dieser Pflanze, das ihr auch ihren Namen gegeben hat, ist die schnabelförmige Frucht.

Mit etwas Glück ist auch der seltene Wiedehopf zu beobachten, der insektenreiche Offenflächen zur Nahrungssuche bevorzugt.

Nährstoffeintrag und Bewaldung werden zum Problem

Die umliegenden Moore wurden bereits im 18. Jahrhundert durch Gräben entwässert, um dort Landwirtschaft zu betreiben. Auch heute noch wird das Umland der Jahnberge intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Aufgrund dieser landwirtschaftlichen Nutzung und der damit verbundenen Düngung rund um die Jahnberge kommt es zu einem hohen Nährstoffeintrag in das Schutzgebiet. Nährstoffliebende und schnell wachsende Pflanzen profitieren davon und verdrängen die konkurrenzschwächeren Arten der Trockenrasengesellschaften. Auch die zunehmende Bewaldung und Ausbreitung der Robinie führt zum Verschwinden der Steppen-und Trockenrasen, denn die Bäume nehmen den sonnenliebenden Pflanzen das Licht.

Pflege der Trockenrasen

Auf den Großen Jahnbergen und den Kaninchenbergen haben sich die Trockenrasen- und Steppenpflanzen nur noch kleinflächig erhalten. Der überwiegende Teil dieser beiden Dünenzüge ist mit Gehölzen bestanden. In den Kleinen Jahnbergen bietet sich ein deutlich erfreulicheres Bild: Dank des jahrelangen Engagements des NABU Osthavellands blühen die Blumen auf den Trockenrasen der Kleinen Jahnberge besonders im Frühsommer üppig und laden zu einem entspannten Spaziergang ein.

Für die regelmäßige Pflege der Kleinen und der Großen Jahnberge und der Kaninchenberge  konnte ein regional ansässiger Landwirt gewonnen werden. Seit 2019 weiden in den „Bergen“ wieder Schafe. Sie sorgen dafür, dass der Trockenrasen erhalten bleibt und Pappeln, Kiefern und Robinien zurückgedrängt werden.

Schafe beweiden den Trockenrasen am Kleinen Jahnberg.
Steppen-Sesel.
Blühender Trockenrasen an den Jahnbergen.
Von Mai bis September blüht hier der besondere Blutrote Storchschnabel. (Foto: Pixabay)

Das Projekt LIFE Trockenrasen

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.

Ansprechpartner:
Janine Ruffer (Projektleitung)
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