lifeSandrasen: Binnendünenkomplex Woschkow

Binnendünenkomplex Woschkow

Wenn im Spätsommer die Besenheide zu blühen beginnt, dann lohnt sich ein Besuch der Binnendüne Woschkow. Neben diesem kleinen Naturschauspiel gibt es im Gebiet zwischen Altdöbern und Großräschen noch vieles mehr zu entdecken.

Lage: Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Natura-2000-Gebiet: Binnendünenkomplex Woschkow
Größe: 118 Hektar
Lebensräume: LRT *6120 Trockene, kalkreiche Sandrasen
Arten: Blaugrünes Schillergras, Sand-Thymian, Sand-Tragant


Trockenrasen, offene Dünen und Sandheide prägen die Woschkower Berge.

Entstanden vor über 100.000 Jahren

Die Binnendüne Woschkow liegt im Großräschener Sander und gehört damit zur jüngsten Staffel der Saale-Vereisung, die vor etwa 133.000 Jahren endete. Da die Sanderflächen durch die noch kühlen Temperaturen nicht sofort mit Pflanzen zuwuchsen, konnten die feinkörnigen Sande vom Wind transportiert werden. Es bildeten sich zum Teil sehr ausgedehnte, mehrere Meter hohe Binnendünen, zu denen auch die Binnendüne Woschkow zählt. Der Volksmund bezeichnete die Düne seit Jahrhunderten auch als  „Weiße Berge“. 

Problem Aufforstung

Leider ist heutzutage nicht mehr viel von der Düne zu erkennen. Grund hierfür ist die Aufforstung mit Kiefern um 1850. Die Stämme wurden als Bau- und Brennmaterial genutzt. An anderen Stellen wurde das vorkommende Heidekraut abgeplaggt, das heißt die Vegetation wurde mitsamt der Humusschicht entfernt und als Einstreu und Dünger verwendet. Die Streunutzung entzog dem Wald Nährstoffe und förderte Naturverjüngung und Heidekraut.  Dadurch konnten sich besondere Offenlandlebensraumtypen wie „Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista“, „Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis“ und "Trockene kalkreiche Sandrasen" entwickeln. Die „Trockenen, kalkreichen Sandrasen“ sind aktuell nur noch  punktuell im Gebiet vorhanden.

Blühende Besenheide

Die Sandheiden im Projektgebiet Binnendüne Woschkow sind maßgeblich geprägt von der Besenheide, die im Spätsommer sehr gut an den rosa- bis purpurfarbigen Blüten zu erkennen ist.  Auf den Trockenrasenflächen können Arten wie der Sand-Tragant, Sand-Thymian und das Blaugrüne Schillergras entdeckt werden.

Schneisen und Trassen - Fluch und Segen

Die Binnendüne Woschkow wird von mehreren Schneisen und Trassen durchschnitten. Einerseits bedeuten diese Schneisen starke Eingriffe in das Gebiet, andererseits erhöhen sich dadurch aber auch die Habitatstrukturen. Zwei Trassen, die Grubenbahn und die Energieleitungstrasse, haben in der Vergangenheit immer wieder dafür gesorgt, dass größere Bereiche der Düne offen gehalten wurden. Das ist für das Blaugrüne Schillergras und alle anderen stark lichtbedürftigen Arten der Trockenrasen von großer Bedeutung.

Eine stark beeinträchtigende Wirkung auf das Gebiet haben die Bahntrasse und die Straße von Großräschen nach Altdöbern. Hier breiten sich nicht heimische Baumarten wie Robinie und Amerikanische Traubenkirsche aus und erhöhen den Stickstoff- und Schadstoffeintrag.

Im Ostteil des Gebietes wurden im Rahmen von LIFE Trockenrasen im Winter 2020 Heideflächen entkusselt. Das bedeutet, aufgewachsene Kiefern wurden entnommen, um ein weiteres Zuwachsen der Heideflächen zu verhindern.

Tipp:

Entdecken Sie die Gegend auf einer Radtour mit Abstecher zur Binnendüne und zur Stonehenge von Pritzen.
In Großräschen lohnt ein Besuch des Fälschermuseums.

 

 

Im Spätsommer blüht in Woschkow die Besenheide.
Sand-Thymian.
Blaugrünes Schillergras.
Zugewachsene Heidefläche vor der Entkusselung...
...und danach.
 

Das Projekt LIFE Trockenrasen

Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg realisiert gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität Potsdam und der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe von 2019 bis 2026 das Projekt "LIFE Trockenrasen". Mit dem Projekt werden wertvolle Trockenlebensräume im Land Brandenburg geschützt, erhalten und wiederhergestellt.

Ansprechpartner:
Janine Ruffer (Projektleitung)
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